Windkanal

Für aerodynamische Messungen steht dem Institut für Angewandte Thermo- und Fluiddynamik ein Windkanal Göttinger Bauart mit offener Messstrecke zur Verfügung. Der Windkanal wird eingesetzt, um das Verhalten von Bauteilen und Baugruppen unter Windeinwirkung zu untersuchen. Eine häufige Anwendung ist die Bestimmung von aerodynamischen Kräften, welche unter Windlast auf ein Bauteil wirken. Die wohl bekanntesten Anwendungsbeispiele sind Windkanaluntersuchungen an Flugzeugen und Autos. Aufgrund der Abmessungen des zur Verfügung stehenden Windkanals sind solche Messungen allerdings nur im Modellmaßstab, unter Berücksichtigung der Ähnlichkeitsmechanik möglich.

Prinzipiell besteht der Windkanal aus einem Gebläse, Rohrleitungen zur Luftführung, einer Düse, der Messstrecke und einem Auffangdiffusor. Ein Windkanal Göttinger Bauart zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Luft nach der Messstrecke durch einen Diffusor wieder eingefangen und anschließend dem Gebläse erneut zugeführt wird. Im Wesentlichen liegt der Vorteil eines Windkanals dieser Bauart darin, dass der Leistungsbedarf des Gebläses deutlich reduziert ist und höhere Strömungsgeschwindigkeiten erreicht werden können.

Technische Daten:
Max. Strömungsgeschwindigkeit80 m/s
Düsendurchmesser800 mm
Länge der Messstrecke1200 mm
Antriebsleistung110 kW
Windkanaluntersuchung eines Tragflügelprofils mittels "Particle Image Velocimetry"

Anwendungsgebiete:

  • Qualitative Prüfung von Bauteilen und Baugruppen unter Windeinwirkung
  • Bestimmung von aerodynamischen Kräften
  • Verfizierung von Strömungssimulationen
  • Ermittlung von Anfangs- und Randbedingungen für numerische Berechnungen