Numerische Simulationen sind ein leistungsstarkes Werkzeug zur Optimierung von Bauteilen und Prozessen. Sie verkürzen Entwicklungszeiten und reduzieren die Kosten für physische Prototypen. Gleichzeitig erfordert die notwendige Modellierung physikalischer Zusammenhänge oft Vereinfachungen, die eine experimentelle Validierung unverzichtbar machen. Labor- und Prüfstandversuche liefern hierfür die notwendigen Messdaten.
Am ATF kommen sowohl experimentelle als auch numerische Methoden zum Einsatz. Ihre enge Verzahnung aus einer Hand ermöglicht eine präzise Analyse und ein tiefgehendes Verständnis für strömungsmechanische Fragestellungen. Gleichzeitig bildet dieser kombinierte Ansatz die Basis für eine konsistente gegenseitige Validierung und die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Methoden. Damit bildet die enge Verzahnung von Simulation und Experiment die Grundlage für innovative und effiziente technische Entwicklungen in zahlreichen Ingenieurbereichen.

Numerische Strömungssimulation zeigt detaillierte Einblicke in komplexe Strömungen, die experimentell nur schwer zugänglich sind. Am ATF werden aktuelle CFD-Methoden für anspruchsvolle Anwendungen eingesetzt und weiterentwickelt: mit Fokus auf Verbrennungsvorgänge, zum Beispiel in Fluggasturbinen, und strömungstechnische Prozesse mit komplexer Thermodynamik.

Experimentelle Strömungsmechanik liefert präzise Daten zur Validierung von Simulationen, zur Prozessüberwachung und zur Prüfung von Bauteilen. Mit Verfahren wie PIV, Hitzdrahtanemometrie, digitaler 5-Loch-Sonde und weiteren Messtechniken lassen sich Strömungsfelder detailliert erfassen – für optimierte Prozesse und zuverlässige Modellierung.

Der Windkanal am ATF ist ein zentrales Element der praxisnahen Ausbildung. Unter kontrollierten Bedingungen können aerodynamische Phänomene sichtbar gemacht und Messmethoden wie Druck-, Geschwindigkeits- und Temperaturmessung angewendet werden. Darüber hinaus dient der Windkanal der Bauteilprüfung, der Bestimmung aerodynamischer Kennwerte und der Validierung numerischer Simulationen.

Die am ATF eingesetzten experimentellen und numerischen Methoden werden kontinuierlich im Rahmen von Forschungsprojekten und Abschlussarbeiten weiterentwickelt. Dabei fließen aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen direkt in die methodische Verbesserung ein. So entstehen praxisnahe Lösungen und fundierte Beiträge zur Strömungsforschung.